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Gehirn, Bewegung & Muskelzusammenspiel

Warum dein Körper Muskelkater dort bekommt, wo du nicht trainiert hast.


Viele Grundlagen, über die ich hier schreibe, findest du auch in meinem Buch „Yoga für Anfänger“ von Morena Nicoli, in dem ich Schritt für Schritt erkläre, wie Yoga sicher, verständlich und nachhaltig aufgebaut werden kann.


Und doch zeigt mir jede Klasse und jeder Workshop aufs Neue:

Die grössten Fortschritte entstehen nicht durch spektakuläre Posen, sondern durch ein tiefes Verständnis von Bewegung.

Nach über 10.000 unterrichteten Stunden und unzähligen eigenen Stunden auf der Matte weiss ich heute:

Fortschritt entsteht nicht durch mehr, sondern durch besser.


Warum Fortschritt im Yoga oft unspektakulär aussieht


Viele kommen ins Yoga und möchten:

  • beweglicher werden,

  • schwierigere Asanas lernen,

  • vielleicht irgendwann Handstand oder Armbalancen können.

Doch die Wahrheit ist:Die wirklich wichtigen Fortschritte sieht man oft gar nicht.

Sie passieren im Inneren:

  • bessere Muskelansteuerung,

  • stabilere Gelenke,

  • sauberere Bewegungsführung,

  • bessere Körperwahrnehmung.

Deshalb arbeite ich in Workshops immer wieder an denselben Grundlagen:

  • Füsse stabilisieren

  • Beine aktivieren

  • Hüfte kontrollieren

  • Rücken verlängern

  • Schultern richtig einsetzen

  • Arme bewusst führen

Von außen sieht das simpel aus.Innen arbeitet der ganze Körper.

Und genau dort entsteht Entwicklung.


Muskelkater zeigt oft etwas anderes, als wir glauben


Ein spannendes Phänomen beobachte ich regelmässig:

Nach Hüftöffnungs-Stunden klagen Teilnehmer über Muskelkater im Rücken. Nach Handstand-Workshops plötzlich Muskelkater im Gesässmuskel.


Warum?


Weil der Körper endlich Muskeln benutzen musste, die sonst kaum arbeiten.

Oft liegt die Ursache von Schmerzen nicht dort, wo wir sie spüren.


Beispiel: Rückenschmerzen entstehen häufig nicht im Rücken selbst, sondern weil:

  • Hüfte unbeweglich ist,

  • Gesässmuskulatur zu schwach ist,

  • Beine nicht stabilisieren,

  • Bauchmuskeln nicht unterstützen.


Der Rücken kompensiert dann alles.

Yoga hilft, diese versteckten Schwächen sichtbar zu machen und auszugleichen.


Agonist und Antagonist – Muskeln arbeiten immer im Team


Bewegung funktioniert nie durch einen einzelnen Muskel.


Jede Bewegung braucht:

  • einen Muskel, der arbeitet (Agonist)

  • und einen Gegenspieler, der loslässt (Antagonist)


Wenn dieses Zusammenspiel fehlt:

  • entstehen Verspannungen

  • Bewegungen fühlen sich schwer an

  • Verletzungen passieren schneller

  • Fortschritt stagniert


Deshalb reicht es nicht, nur stark zu sein.


Ein Muskel muss:

  • Kraft entwickeln können

  • aber auch loslassen können.


Beispiel Hüftbeuger: Viele wollen ihn nur dehnen. Doch er muss auch stark genug sein, um z.B. ein Bein aktiv anzuheben wie im L-Sit.

Stärke und Beweglichkeit gehören zusammen.


Warum Yoga UND Krafttraining zusammengehören


Ich selbst trainiere seit Jahren gezielt Krafttraining — besonders wegen meiner Skoliose.


Im Fitnessstudio trainieren wir Muskeln oft isoliert:

  • sicher,

  • kontrolliert,

  • verletzungsarm.


Doch im echten Leben und im Yoga arbeiten Muskeln nie isoliert.


Hier braucht es:

  • Koordination

  • Stabilität

  • Gleichgewicht

  • Zusammenspiel


Das sieht man besonders im AcroYoga: Sehr starke Menschen können Posen oft nicht halten, weil Koordination und Körperspannung fehlen.

Darum sage ich heute: Man sollte beides können.

Isolierte Kraft UND funktionelle Bewegung.

Das App-Beispiel: Warum unser Körper Bewegungen vergisst 📱


Ich erkläre es oft so:

Unser Gehirn funktioniert wie ein Smartphone.

Wenn eine App nie benutzt wird, wird sie irgendwann langsam oder funktioniert nicht mehr richtig.


Genauso funktioniert Bewegung im Gehirn.


Kinder bewegen sich natürlich:

  • rollen,

  • krabbeln,

  • hocken,

  • drehen,

  • strecken sich,

  • bewegen die Wirbelsäule frei.


Doch später sitzen wir viel:

  • im Auto,

  • im Büro,

  • auf dem Sofa.

Viele Bewegungsmuster werden kaum noch benutzt. Das Gehirn denkt: "Brauche ich nicht mehr." Der Körper schaltet auf Energiesparen.


Doch wenn wir Bewegungen wieder üben:

  • werden diese Programme im Gehirn reaktiviert,

  • Koordination verbessert sich,

  • Muskeln arbeiten wieder zusammen,

  • Bewegungen fühlen sich leichter an.


Yoga aktiviert diese „vergessenen Apps“.


Warum Alignment so wichtig ist


Alignment bedeutet nicht, perfekt auszusehen.


Es bedeutet:

  • sinnvoll zu arbeiten,

  • Gelenke zu schützen,

  • Muskeln effizient einzusetzen,

  • langfristig gesund zu bleiben.


Viele Verletzungen entstehen, weil Menschen in Posen „hineinfallen“, statt sie aktiv aufzubauen.


Saubere Ausrichtung:

  • schützt Gelenke,

  • verteilt Kraft besser,

  • macht Bewegungen effizienter,

  • bringt nachhaltigen Fortschritt.


Und genau deshalb arbeite ich so gerne technisch in Workshops.

Denn mit einem stabilen Fundament wird jede Praxis leichter.

Was ich über die Jahre gelernt habe


Yoga ist kein Wettbewerb.

Es geht nicht darum, schneller oder besser zu sein.


Es geht darum:

  • den eigenen Körper zu verstehen,

  • Bewegungen bewusst auszuführen,

  • langfristig beweglich und stark zu bleiben.


Und oft bedeutet Fortschritt: einen Schritt zurückzugehen, um danach leichter vorwärtszugehen.

Weniger Ego.

Mehr Gefühl.

Mehr Verständnis.

Lass uns gemeinsam am Fundament arbeiten


In Power and Mobiligy Workshops arbeiten wir gezielt an Technik, Mobilität und Stabilität, damit deine Praxis langfristig leichter wird.


📅 Nächster Power & Mobility Workshop: 14.03.2026


Power Stretch & Mobility – Move Better. Live Stronger.
FromCHF 82.10
14. März 2026, 09:00–11:00 UhrSursee
Jetzt anmelden

Vielleicht sehen wir uns bald auf der Matte — oder an einem neuen Anfang. 🧘‍♀️✨


Namasté

Deine

Morena


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